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Startseite > Der Belgier


Vor mehr als 100 Jahren, genauer gesagt 1891, begann in Belgien die planmäßige Zucht des Belgischen Schäferhundes aus den dort bereits seit langem an den Schafherden arbeitenden Hüte- und Treibhunden.
Der Ursprung dieser Rasse sagt schon einiges über sie aus, denn als Hütehunde mussten die Belgier wendig und schnell sein, über große Intelligenz und eine rasche Auffassungsgabe sowie über schnelle Reaktionen verfügen, sie mussten ausdauernd und genügsam sein und obendrein noch in der Lage, mit den wechselnden Witterungsbedingungen in ihrem Ursprungsland zurecht zu kommen.
Temperamentvoll und bis ins hohe Alter spielfreudig, neugierig und anpassungsfähig, mit einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit– so präsentieren sich die Belgischen Schäferhunde heute. Sie brauchen engen Familienkontakt - eignen sich deshalb auch nicht als Zwingerhunde - und sind Fremden gegenüber in der Regel neutral, das heißt weder aufdringlich noch ängstlich. Mit ausgeprägter Mimik und deutlicher Körpersprache zeigen sie ihr Befinden.
 
Sie wollen sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet und gefordert werden, sind sie doch nach wie vor Gebrauchshunde, die sich gerne sportlich betätigen.
Als Spätentwickler haben die Belgischen Schäferhunde eine lange Jugend und müssen von klein auf sorgfältig geprägt und sozialisiert werden. Positive Kontakte zu Menschen, anderen Hunden und anderen Tieren sind hierbei unerlässlich. Unsere verantwortungsvollen Züchter leisten hier bereits einen wesentlichen Beitrag, der aber seine Fortsetzung finden muss bei den neuen Besitzern des kleinen Belgiers.
Die Erziehung des Belgischen Schäferhundes, wenn sie mit Härte, Brutalität und übermäßigem Druck erfolgt, wird zum Scheitern verurteilt sein. Das Resultat wäre hierbei ein scheuer, verängstigter Hund, der durch seine Angst für sich selbst und seine Umwelt zur Belastung würde. Ähnlich unerfreuliche Folgen würde ein zu behütetes Aufwachsen mit sich bringen. Unerlässlich für die Erziehung sind statt dessen Ruhe und unerschütterliche liebevolle Konsequenz. Der Belgier will klug und mit Einfühlungsvermögen erzogen sein.

Äußerlich unterscheiden sich die Belgischen Schäferhunde in ihrem Haarkleid, welches sie vier verschiedenen Varietäten zuordnet, die ihre Namen von den Orten in Belgien beziehen, wo diese Varietät zu Anfang vermehrt gezüchtet wurde.
Groenendael und Tervueren sind die langhaarigen Vertreter des Belgischen Schäferhundes. Sie verfügen über ein üppiges, glänzendes Fell mit dichter Unterwolle. Das Deckhaar ist am Körper lang, im Gesicht und an den Vorderseiten der Läufe kurz und im Halsbereich länger, dort bildet es vor allem bei den Rüden einen opulenten Kragen.
Der Groenendael ist ganz schwarz, nur ein kleiner weißer Brustfleck wird toleriert sowie kleine weiße Abzeichen an den Zehen. (Das gilt laut Standard übrigens für alle vier Varietäten.)
Der Tervueren ist von rotbrauner Farbe mit schwarzer Maske und schwarzer Charbonnage. Mit Charbonnage ist der schwarze Anflug im Fell gemeint, der dadurch entsteht, dass die Haarspitzen schwarz sind - was den Eindruck vermittelt, als habe man dem Hund mit berußter Hand über das Fell gestrichen.
Außer in rotbraun, welches laut Standard die bevorzugte Farbe ist, kommt der Tervueren auch noch in allen Braunschattierungen bis hin zu beige oder grau vor – aber auch hier mit schwarzer Maske und Charbonnage.
Der Belgier ist in vielen Sparten zu Hause, sei es als reiner Familienhund oder als Begleiter beim Sport. Auch als Rettungshund ist er vielfach anzutreffen. Durch seinen Lerneifer ist er für viele Beschäftigungen zu begeistern und auch auf dem Agility-Parcours und dem Hundeplatz ist er mit großem Elan anzutreffen.
 
Gerade als Sporthund macht in den letzten Jahren vor allem die kurzhaarige Varietät des Belgiers von sich reden, der Malinois. Mit seinem kurzen, dichten Fell, dem athletischen, straffen Körper, der schwarzen Maske und der Charbonnage ist er eine ausgesprochen elegante Erscheinung.


 
Der Malinois verfügt über all die zuvor beschriebenen Eigenschaften des Belgischen Schäferhundes. Nur dadurch, dass viele Züchter seit Generationen bei ihm das Augenmerk verstärkt auf Leistungsfähigkeit gelegt haben, sind bei ihm Trieb und Härte zum Teil stärker ausgeprägt, was ihn zu großartigen Leistungen im sportlichen Bereich befähigt.
Der Malinois ist in der Tat ein temperamentvoller Hund, der sehr gerne sportlich gefordert sein will, der aber auch, genau wie Groenendael und Tervueren, ein wunderbarer Familienhund ist. Er hat die gleichen großartigen Charaktereigenschaften wie die langhaarigen Belgier und fordert von seinen Menschen in gleicher Weise Zuwendung und ein großes Maß an geistiger und körperlicher Beschäftigung.
Sein Fell ist ebenso pflegeleicht wie das der langhaarigen Varietäten, denn das Haarkleid aller Belgier ist schmutzabweisend und verfügt über keinen Eigengeruch, was der Haltung der Hunde im Haus sehr entgegenkommt. Bürsten ist bei den Langhaarigen (!) und den Kurzhaarigen nur während des Fellwechsels angesagt: durch regelmäßiges Bürsten würde man nur erreichen, dass der Hund das ganze Jahr über Haare verliert

Etwas andere Pflege verlangt das Haarkleid der rauhaarigen Varietät, des Laekenois: ein bis zweimal pro Jahr wird durch Herauszupfen des abgestorbenen Haares das Fell in Form gebracht.
Mit seinem drahtigen, rauhen Haar wirkt der Laekenois eher bodenständig und robust als elegant. Vermutlich ist das der Grund dafür, dass er von den vier Varietäten die seltenste ist. In Deutschland und auch im Ausland sind Laekenois-Züchter selten und der rauhhaarige Belgier ist dadurch zu einer echten Rarität geworden.
Der Laekenois kann ein sehr selbstbewusster Hund sein, duchaus auch mit einer gehörigen Portion Dickköpfigkeit ausgestattet. Genauso temperamentvoll und intelligent wie die anderen Varietäten wird er jedoch eher versuchen, seinen Kopf durchzusetzen, wenn man solchen Bestrebungen nicht von Anfang an Konsequenz und Standhaftigkeit entgegen zu setzen weiß. Ganz wichtig ist auch bei dieser Varietät die gute Sozialisierung auf Menschen und andere Tiere.
 

Seit 1956 werden im DKBS alle vier Varietäten des Belgischen Schäferhundes betreut. Der DKBS ist von jeher bemüht, den Belgischen Schäferhund züchterisch als das zu erhalten, als was er im Standard beschrieben wird: ein eleganter Gebrauchshund.
Es ist uns wichtig, dass der Belgier in das tägliche Leben problemlos integriebar ist. Deshalb ist im DKBS eine Überprüfung des Wesens als Voraussetzung zur Zucht unerlässlich, denn sowohl aggressive als auch ängstliche Hunde sind in unserer heutigen Gesellschaft nicht tragbar. Die Prägung der Welpen und damit der Einstieg in ein gelungenes Hundeleben erfolgt durch unsere gut geschulten und kontrollierten Züchter.
Zur Vermeidung genetischer Erkrankungen bedienen wir uns mit großem Erfolg neuester wissenschaftlicher Hilfsmittel wie der Genotypenbestimmung und der Zuchtwertschätzung. Wir können zum Glück sagen, dass Erbkrankheiten wie z.B. HD und Epilepsie in unserer Population keine erwähnenswerte Rolle spielen.
Dass solchermaßen sorgfältig aufgezogene Welpen von unseren Züchtern nur in verantwortungsvolle Hände abgegeben werden, versteht sich von selbst. Denn es ist uns wichtig, dass die bei uns gezüchteten Hunde auch bei ihren neuen Besitzern ein glückliches, artgerechtes, ihrem Wesen entsprechendes Leben führen können.

Und damit wäre der Bogen geschlagen zum Elementarsten, wenn es um den Erwerb eines Belgischen Schäferhundes geht: den verantwortungsvollen Züchter.

BELGISCHER SCHÄFERHUND (Berger belge)

ÜBERSETZUNG : Dr.J.-M. Paschoud und Frau R. Binder, überprüft durch Frau Peper.

URSPRUNG : Belgien

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 13. 03. 2001.


VERWENDUNG : Ursprünglich Schäferhund, heute Gebrauchshund (Wachhund, Schutzhund, Fährtenhund usw), und polyvalenter Diensthund sowie auch Familienhund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Sektion 1 Schäferhunde mit Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS :
Noch zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Belgien eine große Anzahl Hüte- und Treibhunde von vielfältigem Typ mit sehr unterschiedlichem Haarkleid.
Um in diese Unausgeglichenheit etwas Ordnung zu bringen, schloß sich eine Gruppe begeisterter Kynologen zusammen und ließ sich von Professor A. Reul beraten, Dozent an der veterinärmedizinischen Schule in Curegehm. Ihn kann man als den echten Wegbereiter und als Begründer der Rasse bezeichnen.
Offiziell entstand die Rasse zwischen 1891 und 1897. Am 29. September 1891 wurde in Brüssel der "Belgische Schäferhundeklub" gegründet; noch im gleichen Jahr, am 15.November, organisierte Prof.A. Reul in Cureghem ein Treffen, an welchem 117 Hunde teilnahmen; diese Zusammenkunft erlaubte eine Bestandsaufnahme und die Auslese der besten Rassevertreter. Während der folgenden Jahre erfolgte eine strenge Selektion unter Verwendung von nur wenigen, eng blutsverwandten Zuchtrüden.
Am 3. April 1892 wurde vom belgischen Schäferhundeklub bereits ein erster sehr ausführlicher Standard erstellt. Eine einzige Rasse mit 3 Haar-Varietäten wurde anerkannt. Jedoch war, wie man damals sagte, der belgische Schäferhund nur ein Hund für bescheidene Leute, also eine Rasse, der es noch an Ansehen mangelte. Deshalb wurden die ersten belgischen Schäferhunde erst im Jahre 1901 in das Zuchtbuch der Société Royale St. Hubert (L.O.S.H) eingetragen.
Im Laufe der folgenden Jahre bemühten sich die für die belgischen Schäferhunde verantwortlichen Kynologen beharrlich, den Typ der Rasse zu vereinheitlichen und die Fehler auszumerzen. Man kann sagen, dass um 1910 Typ und Charakter des Belgischen Schäferhundes bereits fixiert waren.
Im Verlauf der Geschichte des Belgischen Schäferhundes war die Frage der unterschiedlichen zulässigen Varietäten und Farben stets umstritten, jedoch hinsichtlich der Morphologie, des Charakters und der Gebrauchstüchtigkeit der Rasse gab es niemals unterschiedliche Auffassungen.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Harmonisch gebauter Hund von mittleren Proportionen, der Eleganz und Kraft in sich vereinigt. Er hat ein quadratisches Gebäude und ist mittelgroß; seine Muskulatur ist kräftig und trocken. Er ist widerstandsfähig, an das Leben im Freien gewöhnt und im Stande, die in Belgien so häufigen klimatischen Schwankungen zu ertragen.
Durch die Harmonie seiner Körperformen und die stolze Kopfhaltung soll der Belgische Schäferhund den Eindruck jener eleganten Robustheit vermitteln, die das Erbe der gezielt herausgezüchteten Vertreter einer Gebrauchshunderasse ist.
Der Belgische Schäferhund soll im Stand in natürlicher Stellung, ohne körperlichen Kontakt mit dem Vorführer, gerichtet werden.

WICHTIGE MASSVERHÄLTNISSE :
Der Belgische Schäferhund hat ein quadratisches Gebäude. Die Brust reicht bis auf Höhe der Ellenbogen. Die Länge des Fangs entspricht oder übertrifft leicht die halbe Kopflänge.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Der Belgische Schäferhund ist wachsam und rege, von übersprudelnder Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit. Neben seinen angeborenen Fähigkeiten als Hüter der Herden besitzt er die wertvollen Eigenschaften eines sehr guten Wächters für Haus und Hof. Er verteidigt seinen Herrn ohne jegliches Zögern hartnäckig und leidenschaftlich.
Er vereinigt in sich alle für einen Schäferhund, Wachhund, Schutzhund und Diensthund erforderlichen Vorzüge.
Sein lebhaftes und munteres Temperament und seine gefestigten Charaktereigenschaften, die weder Angst noch Aggressivität kennen, sollen sich in seiner Körperhaltung und im stolzen und aufmerksamen Ausdruck seiner glänzenden Augen offenbaren. Beim Richten sollte man das "ruhige" und "beherzte" Temperament berücksichtigen.

KOPF :
Hoch getragen; nicht übertrieben lang, gerade in seinen Begrenzungslinien, gut gemeisselt und trocken. Schädel und Fang sind ungefähr gleich lang; der Fang darf höchstens um ein Weniges länger sein, was dem Gesamtbild den letzten Schliff verleiht.

OBERKOPF : Schädel :
Von mittlerer Breite, in seinen Proportionen zur Länge des Kopfes passend, mit eher abgeflachter als gerundeter Stirn und mit wenig ausgeprägter Stirnfurche. Von der Seite gesehen verläuft die Oberlinie parallel zu einer gedachten Verlängerungslinie des Nasenrückens. Hinterhauptkamm wenig entwickelt. Augenbrauen-bögen und Jochbein nicht vorstehend.
Stop : Mässig entwickelt.

GESICHTSSCHÄDEL :
NASEBSCWAMM : Schwarz.

FANG : Mittellang, unter den Augen gut gemeisselt; er verjüngt sich allmählich zur Nase hin und hat die Form eines verlängerten Keils. Der Nasenrücken ist gerade und parallel zur gedachten verlängerten Oberlinie der Stirn. Fangöffnung gross und weit, das heißt bei offenem Fang werden die Mundwinkel stark nach hinten gezogen und die Kiefer klappen weit auseinander.

LIPPEN : Dünn, straff anliegend und stark pigmentiert.

KIEFER / ZÄHNE : Zähne gross, weiss, regelmässig und kräftig in dem gut entwickelten Kiefer eingesetzt. Scherengebiss; das von den Schaf- und Viehtreibern vorgezogene Zangengebiss wird toleriert. Das Gebiss ist entsprechend der Zahnformel des Hundes vollzahnig. Das Fehlen von zwei Prämolaren 1 (PM1) ist zulässig; die Molaren 3 (M3) werden nicht berücksichtigt.

BACKEN : Trocken und recht flach, doch gut bemuskelt.

AUGEN : Von mittlerer Grösse, weder zu tief liegend noch vorstehend, leicht mandelförmig, schräg eingesetzt, von bräunlicher Farbe, wobei dunkel gefärbte Augen bevorzugt werden. Die Augenlider sind schwarz umrandet. Der Blick ist offen, lebhaft, aufgeweckt und forschend.

OHREN : Eher klein, hoch angesetzt, in ihrem Aussehen klar dreieckig. Die Ohrmuschel ist in sich gut gebogen. Die spitzen Ohren werden fest und aufrecht getragen und bei Aufmerksamkeit senkrecht gestellt.

HALS :
Gut abgesetzt, etwas länglich, ziemlich aufgerichtet, gut bemuskelt, zu den Schultern hin allmählich breiter werdend. Ohne Wamme. Der Nacken ist leicht gewölbt.

KÖRPER :
Kraftvoll ohne Schwere. Die vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge entspricht ungefähr der Widerristhöhe.

OBERLINIE : Die obere Linie von Rücken und Lenden ist gerade.

WIDERRIST : Ausgeprägt.

RÜCKEN : Fest, kurz und gut bemuskelt.

LENDEN : Kräftig, kurz, angemessen breit, gut bemuskelt.

KRUPPE : Gut bemuskelt; nur sehr leicht schräg; angemessen, aber nicht übertrieben breit.

BRUST : Nicht breit, aber tief hinabreichend; die Rippen sind in ihrem oberen Bereich gewölbt; von vorne gesehen ist die Vorbrust wenig breit, ohne dabei schmal zu sein.

UNTERLINIE : Sie beginnt unter dem Brustkorb und steigt sanft in harmonischer Rundung zum Bauch hin an, der weder zu ausgefüllt noch windhundartig aufgezogen ist, sondern leicht ansteigt und mässig entwickelt ist.


RUTE :
Gut angesetzt, an der Basis kräftig, von mittlerer Länge, mindestens bis zum Sprunggelenk, aber vorzugsweise weiter nach unten reichend; in der Ruhe wird sie hängend getragen und zeigt an ihrem Ende auf der Höhe des Sprunggelenks eine leichte Biegung nach hinten; in der Bewegung wird sie stärker angehoben, aber nicht über die Horizontale, mit an der Spitze stärker ausgeprägter Krümmung, ohne jedoch einen Haken zu bilden oder seitlich abzuweichen.

GLIEDMASSEN :

VORDERHAND :
Kräftiger Knochenbau, aber ohne Schwere; Muskulatur trocken und stark; die Läufe stehen aus jeder Blickrichtung senkrecht und sind, von vorne gesehen, vollkommen parallel.
Schultern : Das Schulterblatt ist lang und schräg, fest anliegend und bildet mit dem Oberarm einen hinreichenden Winkel, der idealerweise 110-115° beträgt.

OBERARM : Lang und angemessen schräg.

ELLENBOGEN : Kräftig, weder abstehend noch zu eng anliegend.

UNTERARM : Lang, gerade.

VORDERFUSSWURZELGELENK : Sehr fest und klar umrissen.

VORDERMITTELFUSS : Kräftig und kurz, möglichst senkrecht zum Boden stehend oder nur sehr wenig nach vorne geneigt.

VORDERPFOTEN : Rund, Katzenpfoten. Die Zehen sind gewölbt und dicht aneinanderliegend, die Ballen dick und elastisch und die Krallen dunkel und kräftig.

HINTERHAND : Kraftvoll, aber ohne Schwere. Von der Seite gesehen, stehen die Hinterläufe senkrecht, von hinten gesehen sind sie vollkommen parallel.
Oberschenkel : Mittellang, breit, stark bemuskelt.

KNIEGELENK : Annähernd senkrecht unter der Hüfte plaziert; normale Winkelung.

UNTERSCHENKEL : Mittellang, breit, muskulös.

SPRUNGGELENK : Tief stehend, breit und bemuskelt, mässig gewinkelt.

HINTERMITTELFUSS : Fest und kurz. Afterkrallen sind unerwünscht.

HINTERPFOTEN : Sie können leicht oval sein. Die Zehen sind gewölbt und dicht aneinanderliegend, die Ballen dick und elastisch und die Krallen dunkel und kräftig.

GANGWERK :
Der Bewegungsablauf ist in allen Gangarten lebhaft und frei. Der Belgische Schäferhund zeigt einen guten Galopp, aber die gebräuchlichen Gangarten sind der Schritt und vor allem der Trab.
Die Gliedmassen bewegen sich in einer zur Körperachse parallelen Ebene. Bei grosser Geschwindigkeit nähern sich die Pfoten der Mittellinie. Der Trab ist mittelmässig raumgreifend; die Bewegung ist gleichmässig und leichtfüssig, mit gutem Schub aus der Hinterhand, wobei die Oberlinie fest bleibt und die Vorderläufe nicht zu hoch angehoben werden.

Ständig in Bewegung, scheint der Belgische Schäferhund unermüdlich zu sein. Sein Gangwerk ist schnell, elastisch und lebhaft. Er ist im Stande, bei voller Geschwindigkeit einen plötzlichen Richtungswechsel vorzunehmen.

Infolge seines überschäumenden Temperaments und auf Grund seines Wach- und Schutztriebes neigt er deutlich dazu, sich im Kreis zu bewegen.

HAUT :
Elastisch, aber am ganzen Körper straff anliegend; Lippen- und Lidränder sind stark pigmentiert.

HAARKLEID UND VARIETÄTEN :
Da bei den Belgischen Schäferhunden die Länge, die Wuchsrichtung, das Aussehen und die Farbe des Haarkleides verschieden sind, wurde dieses Merkmal als Kriterium für die Unterscheidung der vier Varietäten der Rasse zugrundegelegt : Groenendael, Tervueren, Malinois und Laekenois.
Die vier Varietäten werden gesondert gerichtet und jede ist zur Erlangung eines CAC, eines CACIB oder der entsprechenden Reserveauszeichnungen berechtigt.

HAARBESCHAFFENHEIT :
In allen Varietäten muß das Haar immer dicht, anliegend und von guter Textur sein; es soll zusammen mit der Unterwolle einen ausgezeichneten Schutzmantel bilden.

A. LANGHAAR:
Das Haar ist kurz auf dem Kopf, auf den
Aussenflächen der Ohren und im unteren Bereich der Gliedmassen
ausser an der Rückseite des Unterarms, die vom Ellenbogen bis
zum Fusswurzelgelenk mit langen Haaren, sogenannten Fransen,
versehen ist. Am übrigen Körper ist das Haar lang und glatt, länger
und reichlicher um den Hals herum und an der Vorbrust, wo es eine
Mähne und eine Schürze bildet.
Die Öffnung des Gehörgangs ist durch dichte Haarbüschel geschützt. Von der Basis des Ohres an stehen die Haare ab und umrahmen den Kopf.
Die Hinterseite der Schenkel ist von sehr langem und überaus reichlichem Haar bewachsen, welches sogenannte "Hosen" bildet.
An der Rute ist das reichlich entwickelte Haar lang und bildet eine Fahne.
Der Groenendael und der Tervueren sind langhaarig.

B. KURZHAAR:
Auf dem Kopf, auf den Aussenflächen der Ohren
und im unteren Bereich der Gliedmassen ist das Haar sehr kurz.
Am übrigen Körper ist es kurz, reichlicher an der Rute und um den Hals
herum, wo es eine Halskrause bildet, die am Ohransatz beginnt und
sich bis zur Kehle ausdehnt. Zudem ist die Hinterseite der Schenkel
durch längeres Haar befedert. Die Rute ist ährenförmig mit zum
Ende hin längeren, abstehenden Haaren, bildet aber keine Fahne
Der Malinois ist kurzhaarig.

C. RAUHHAAR:
Kennzeichnend für die rauhhaarige Varietät ist vor
allem die harte und trockene Beschaffenheit des Haars, das zerzaust
ist und bei Berührung gleichsam "knistert".
Die Länge beträgt
überall am Körper etwa 6 cm, aber es ist kürzer auf dem
Nasenrücken, an der Stirn und an den Gliedmaßen. Weder in der
Umgebung der Augen noch am Fang soll das Haar so reich
entwickelt sein, dass es die Form des Kopfes verbergen würde.
Dennoch muß ein guter Haarbewuchs am Fang unbedingt
vorhanden sein. Die Rute darf keine Fahne bilden.
Der Laekenois ist rauhhaarig.

FARBE : Maske : Bei den Tervueren und den Malinois muss die Maske sehr ausgeprägt sein und möglichst Ober- und Unterlippe, den Lippenwinkel und die Augenlider als einer einheitliche schwarze Fläche umschließen. Als absolutes Minimum muß die Haut an 6 Stellen schwarz pigmentiert sein: an beiden Ohren, beiden oberen Augenlidern und Ober- und Unterlippe.

SchWARZE WOLKUNG : Bei den Tervueren und den Malinois verursachen schwarz gefärbte Haarspitzen eine schwarze Wolkung, die die Grundfarbe dunkler schattiert. Diese schwarze Abtönung wirkt stets wie "angehaucht" und darf nie in Form von grossen Platten oder von echten Streifen (Stromung) auftreten. Bei den Laekenois ist die schwarze Wolkung weniger deutlich ausgeprägt.

GROENEDAEL : Nur einfarbig schwarz.

TERVUEREN : Nur falbfarben-schwarzgewolkt oder grau-schwarz-gewolkt mit schwarzer Maske, vorzugsweise jedoch falbfarben-schwarzgewolkt. Die Falbfarbe soll warm sein, weder hell noch ausgewaschen. Alle Hunde, die anders als falbfarben-schwarzgewolkt sind oder deren Farbnuance der gewünschten Intensität nicht entspricht, können nicht als vorzügliche Exemplare angesehen werden.

MALINOIS : Nur falbfarben-schwarzgewolkt mit schwarzer Maske.

LAEKENOIS : Nur falbfarben, mit Spuren von schwarzer Wolkung, hauptsächlich am Fang und an der Rute.

Bei allen Varietäten ist etwas Weiss an der Vorbrust und an den Zehen zulässig.


GRÖSSE, GEWICHT UND MASSE :
Widerristhöhe : Die gewünschte Grösse ist im Durchschnitt.
62 cm für Rüden und 58 cm für Hündinnen.

TOLERANZ : Abweichungen von 2 cm nach unten und von 4 cm nach oben.

GEWICHT : Ungefähr 25 - 30 kg für Rüden und ungefähr 20 - 25 kg für Hündinnen.

MASSE : Mittlere Normalmasse für einen Belgischen Schäferhundrüden von 62 cm Widerristhöhe :

- Länge des Körpers (vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen) : 62 cm.

- Kopflänge : 25 cm.

- Länge des Fangs : 12, 5 bis 13 cm.

FEHLER :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

ALGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Schwerfällig, ohne Eleganz; zu leicht oder zu hager; länger als hoch, Gebäude rechteckig.

KOPF: Schwer, zu kräftig; obere Begrenzungslinien nicht parallel; ungenügend gemeisselt, nicht genügend trocken; Stirn zu stark gerundet; Stop zu stark ausgeprägt oder zu flach; Fang zu kurz oder spitz und schwach; Nasenrücken gewölbt. Augenbrauenbögen und Jochbein zu stark hervortretend.

NASENSCHWAMM, LIPPEN UND AUGENLIEDER: Spuren von Depigmentierung.

GEBISS : Schlecht aufgereihte Schneidezähne. Schwere Fehler: Fehlen eines Schneidezahns, eines Prämolaren 2, eines Prämolaren 3 oder von 3 Prämolaren 1.

AUGEN : Hell, rund.

OHREN : Gross, lang, zu breit an der Basis, tief angesetzt, auseinander oder zueinander geneigt.

HALS : Dünn, kurz oder tief aufgesetzt.

KÖRPER: Zu lang; Rippenkorb zu breit (tonnenförmig).

WIDERRIST : flach, niedrig.

Oberlinie: Rücken und / oder Lenden lang, schwach, eingesunken oder gewölbt.

KRUPPE : Zu schräg oder überbaut.

UNTERLINIE : Zu wenig oder zu stark aufgezogen; Bauch zu ausgeprägt.

RUTE : Zu tief angesetzt; zu hoch getragen; Hakenrute, Rute seitlich abweichend.

GLIEDERMASSE: Knochenstruktur zu leicht oder zu schwer; Gliedmassen nicht senkrecht im Profil (z.B. Vordermittelfuss zuschräg, schwache Fusswurzel-gelenke), von vorne gesehen (z.B. zehenweit oder zeheneng, abstehende Ellenbogen) oder von hinten gesehen (z. B. enggestellte, weit auseinanderstehende oder fassförmige hintere Gliedmassen, kuhhessige oder nach außen gedrehte Sprunggelenke); zu geringe oder zu starke Winkelungen.

PFOTEN : Gespreizt.

GANGWERK : Bewegung gehemmt, kurztrittig; zu wenig Schub, ungenügende Übertragung durch den Rücken; steppender Gang.

HAARBESCHAFFENHEIT: In allen 4 Varietäten: ungenügende Entwicklung der Unterwolle.
Groenendael und Tervueren: Haar wollig, gewellt oder gelockt; nicht lang genug.
Malinois: Haar halblang, wo es kurz sein sollte; sehr kurzes Haar; im Kurzhaar verteilte rauhe Haare; gewelltes Haar.
Laekenois: Haar zu lang, seidig, gewellt, gekräuselt oder kurz; im Rauhhaar verstreute Strähnen feiner Füllhaare; Haar in der Umgebung der Augen oder im unteren Bereich des Kopfes zu lang; Rute buschig.

FARBE: In allen vier Varietäten: Großer schürzenförmiger weißer Brustfleck; Weiß an den Pfoten, das über die Zehen hinausreicht.
Groenendael: Roter Schimmer im schwarzen Haar; graue "Hosen".
Tervueren : Graue Farbe.
Tervueren und Malinois: Stromung; nicht ausreichend warmer Farbton; zu starke oder zu geringe schwarze Wolkung, Wolkung am Körper plattenförmig verteilt; ungenügend ausgebildete Maske.
Tervueren, Malinois und Laekenois : Zu helle Falbfarbe; eine stark abgeschwächte, sogenannte ausgewaschene Grundfarbe soll als schwerer Fehler gewertet werden.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Mangel an Selbstvertrauen, übertriebene Nervosität.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Ängstlichkeit, Aggressivität.
Allgemeines Erscheinungsbild: Fehlen von Rassetyp.

GEBISS : Rückbiss, Vorbiß auch ohne Kontaktverlust (umgekehrtes Scherengebiss); Kreuzbiss; Fehlen eines Eckzahns (1 C), eines Reisszahns (1PM4 im Oberkiefer, 1 M1 im Unterkiefer), eines Molaren (1 M1 oder 1 M2 ausser den M3) oder eines Prämolaren 3 (1 PM3) zusätzlich zu einem anderen Zahn; Fehlen von insgesamt drei oder mehr Zähnen (die Prämolaren 1 nicht mitberechnet).

NASENSCHWAMM, LIPPEN UND AUGENLIEDER : Stark depigmentiert.

OHREN : Hängeohren oder künstlich aufgerichtete Ohren.

RUTE: Fehlende oder kurze Rute, von Natur aus oder kupiert; zu hoch getragene und geringelt oder aufgerollt.

HAARBESCHAFFENHEIT: Fehlen der Unterwolle.

HAARFARBE: Alle Farben, welche denen der zuvor beschriebenen Varietäten nicht entsprechen; zu ausgedehnte weisse Abzeichen an der Vorbrust, besonders wenn diese sich bis zum Halsansatz ausdehnen; Weiss an den Pfoten, das sich über die halbe Höhe von Vorder- oder Hintermittelfuss hinaus ausdehnt und "Socken" bildet; weisse Abzeichen außer an der Vorbrust und an den Zehen; bei den Tervueren und den Malinois Fehlen der Maske und Farbe des Fangs heller als das übrige Haarkleid.

GRÖSSE: Ausserhalb der genannten Grenzen.

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

KREUZUNGEN PAARUNGEN ZWISCHEN HUNDEN VERSCHIEDENER VARIETÄTEN :
Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten sind verboten. In Sonderfällen können von den zuständigen nationalen Zuchtkommissionen Ausnahmebewilligungen erteilt werden (Reglement 1974, Paris).

 
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